Die Stadt Frankfurt am Main hat im Oktober 2022 ein Frankfurter Bündnis gegen Kinderarmut beschlossen. Unter Federführung des Jugend- und Sozialamtes unterstützte urbanista die Stadt bei der Entwicklung und Umsetzung einer ressortübergreifenden Strategie mit einem integrierten Ansatz und unter Beteiligung eines breiten Spektrums relevanter Akteur*innen aus Stadtverwaltung, freien Träger*innen und Zivilgesellschaft.
Um der Vielzahl der am Prozess beteiligten Ämter bzw. der Vielschichtigkeit von Armutslagen gerecht zu werden, haben wir ein Prozess- und Methodendesign entwickelt, das es ermöglicht, die Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen, die von Armut bedroht oder betroffen sind, ganzheitlich und über eine rein ökonomische Perspektive hinaus zu betrachten. Dabei wurden die üblichen Themenfelder um weitere relevante Dimensionen wie Gesundheit, soziale Teilhabe, Wohnen oder Klima ergänzt und in sogenannten Lebenslagenkarten, einem Armutsindex und einem Zielgerüst aussagekräftig visualisiert. Armut wird so als Querschnittsaufgabe vieler Fachbereiche verstanden und anschaulich vermittelt, an der im Bündnis ämterübergreifend und zielgerichtet gearbeitet werden soll.
Dieser Ansatz bestimmte auch den von urbanista konzipierten co-kreativen Visions- und Strategieprozess, mit dem vielfältiges Problemlösungs- und Handlungswissen sowie Erfolgskriterien unterschiedlicher Akteur*innen zur Bekämpfung von Kinderarmut erschlossen wurden. Mit Hilfe von Expert*innen-Interviews sowie in mehreren Visions-Workshops und einer Arbeitstagung wurde erfolgreich eine konkrete Zielvision und gesamtstädtische Strategie erarbeitet, die von allen Beteiligten getragen und zukünftig umgesetzt werden soll. Dies umfasste auch die gemeinsame Definition der Struktur und Zusammenarbeit der verschiedenen institutionellen Akteur*innen sowie einen von uns erarbeiteten Vorschlag zur Vorgehensweise bei der Implementierung des Bündnisses.
Zum Abschluss des Prozesses fand im Herbst 2024 mit Unterstützung von urbanista die erste Frankfurter Armutskonferenz statt. Mit über 450 Teilnehmer:innen, zahlreichen Fachbeiträgen, Impuls-Workshops und einer interaktiven Projektausstellung war sie ein voller Erfolg und stieß auf breite Resonanz.
2023 - 2024
Doris Sibum, Tobias Hoss, Patricia Da Costa, Philip Spring