Was uns aktuell bewegt: Gerechte Stadt

(Un-)Gerechtigkeit spiegelt sich im Raum auf vielfältige Weise wider. So sichtbar, wie die Polarisierung der Gesellschaft dort ist, so unsichtbar wird sie bekämpft. Dabei brauchen Themen wie Armut, Sicherheit und inklusive Planung dringend eine gesamtstädtische Bühne als Sprungbrett für eine gerechtere Stadt.

Die eine Definition von Gerechtigkeit gibt es wohl nicht. Die faire Verteilung von Gütern, Rechten und Möglichkeiten der Teilhabe sowie der Zugang zu Daseinsvorsorge, ungeachtet von Herkunft, Geschlecht oder wirtschaftlichem Status, kommt der Vorstellung von Gerechtigkeit aber sicherlich sehr nahe.

Doch wird die Schere zwischen Arm und Reich aktuell immer größer. Fragen der Daseinsversorgung – nach bezahlbarem Wohnraum, öffentlicher Infrastruktur, Sicherheit oder medizinischer Versorgung – sind zugleich auch zu Fragen nach Stadt oder Land, arm oder reich, alt oder jung, heteronormativ oder divers geworden. Dies führt zunehmend zu einer Polarisierung innerhalb bestehender Raumstrukturen.

Wo Chancengerechtigkeit sein sollte, beobachten wir Mehrfachbenachteiligung, die wir auf lokaler Ebene aktiv aufzeigen müssen, um ihr nachhaltig gesamtstädtisch entgegenwirken zu können.

Wir decken Benachteiligung im Stadtraum auf

Mit unserer sozialräumlichen Orientierung blicken wir dort hin, wo der sprichwörtliche Schuh auf Quartiers- und Stadtteilebene wirklich drückt. Dank unseres interdisziplinär aufgestellten Teams entwickeln wir ein tieferes Verständnis für die sich ergebenden Fragestellungen und lokalen Bedarfe. In zahlreichen Projekten, Studien oder (Zukunfts)Workshops haben wir Benachteiligung in der Stadtplanung als eine elementare Herausforderung identifiziert. Dies machen wir nicht nur in Analysen, Indizes und Karten sichtbar, sondern adressieren mit Projekten vor Ort gezielt die Auswirkungen auf lokaler Ebene.

Für das von der Stadt Frankfurt beschlossene Bündnis gegen Kinderarmut (FBK) entwickelten wir bspw. in einem co-kreativen Prozess eine gesamtstädtische Strategie, die in Frankfurts erster Armutskonferenz stadtweit diskutiert wurde. Mit der Publikation “Urban Change braucht Gender Planning” hingegen geben wir dem Diskurs zur Geschlechtergerechtigkeit in der Stadtplanung eine öffentliche Bühne und den Hochsauerlandkreis begleiteten wir in Form einer Zukunftswerkstatt bei der Frage nach einer positiven und resilienten Gestaltung für den vom demografischen Wandel besonders betroffenen ländlichen Raum.


Wir verstehen die Bekämpfung von Benachteiligung als gesamtstädtische Querschnittsaufgabe, die es im Rahmen aller Konzepte der Stadtentwicklung mitzudenken gilt. Nicht nur auf dem Papier, sondern indem die Perspektiven von betroffenen Menschen vor Ort aktiv in den Dialog mit einbezogen werden.

Sehen und gesehen werden

Wir sind davon überzeugt, dass die Teilhabemöglichkeiten für von Armut betroffene Menschen, ebenso wie die von alten Menschen und v.a. Frauen, gestärkt werden müssen, um langfristig Zugang zu einem lebenswerten und damit einhergehend auch sicheren Raum ermöglichen zu können. Dies zahlt letztendlich auch auf die Stärkung der Demokratie und sozialen Zusammenhalt ein. 

In ländlichen, von Versorgungsengpässen betroffenen Regionen wird Altersarmut in den kommenden Jahren ein immer größeres Thema, das zudem auch räumliche und energetische Auswirkungen hat – jede:r kennt das Bild der Witwe im überdimensionierten Einfamilienhaus, die aus Mangel von Alternativen dort festsitzt. Und auch die sogenannten “Brennpunkte” benötigen dringend eine andere Auseinandersetzung, weg von einem polariserten Mindset: Das Frankfurter Bahnhofsviertel erweckt in so manchen Köpfen sicherlich unweigerliche Assoziationen, gleichzeitig ist es ein Stück Stadt, das eine enorm hohe Integrationsleistung erbringt und die durchaus subjektive Frage nach Sicherheit noch einmal ganz neu bewerten lässt. 

Ist es gerecht, dass ein solcher Stadtteil die Probleme der Gesamtstadt (oder sogar der Region) ganz alleine lösen soll? Nein!

Bekämpfung von Ungerechtigkeit muss gesamtstädtische Querschnittsaufgabe sein

Wir machen uns aktiv für eine Enttabuisierung von Armut und mehrfachbenachteiligten Menschen und ihren Stadträumen stark und appellieren nicht nur an Politik und Verwaltung, dies auch zu tun. Strukturelle Benachteiligung ist im Herzen unserer Gesellschaft, unserer Städte und Regionen zu finden und darf nicht punktuell betrachtet werden. Wir verstehen die Bekämpfung von Benachteiligung als gesamtstädtische Querschnittsaufgabe, die es auch im Rahmen aller Konzepte der Stadtentwicklung – im Kleinen wie im Großen, von der Klimastraße über den FNP bis zum ISEK – mitzudenken gilt. Nicht nur auf dem Papier, sondern auch indem die Perspektiven von betroffenen Menschen vor Ort aktiv in den Dialog mit einbezogen werden.

Hier arbeiten wir an der gerechten Stadt

Zeitraum

Projekt

Ort

2024
– 2025
Frankfurt
2024
– 2025
Frankfurt
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– 2024
Frankfurt am Main
2023
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Frankfurt am Main
2022
– 2024
Hochsauerlandkreis
2022
– 2024
Hochsauerlandkreis
2017
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Frankfurt am Main
2017
– 2017
Frankfurt am Main
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